“Lean Startup” – ein Abstrich…
Kennt Ihr schon den hier? Das ist der Michel. Alle kennen ihn. Er ist interessant und anders. Und er fühlt sich interessant und anders. Der Michel hatte eine Idee, die er hütete wie seinen Augapfel. Er wollte ein Unternehmen gründen und mit dieser Idee groß rauskommen. Worum genau es ging, ist geheim. Es hatte jedenfalls mit Kultur zu tun. Und mit vielen Kunden, die genauso anders sind wie der Michel. Die Idee war genial und würde die Welt verändern, fand der Michel. Leider fand das außer ihm niemand so richtig. Die Leute sind vielleicht doch einfach nicht ganz anders genug, die Welt ist noch nicht reif für ihn und seine Idee, fand der Michel. Und der Michel gab sein Unternehmen auf, nachdem er 10 Monate seines Lebens dafür geopfert hatte. Und einen fünfstelligen Betrag vom Sparkonto seiner Oma.
So wie dem Michel geht es vielen Gründern in Berlin und anderswo. Sie starten als idealistische Künstler und scheitern an der Realität, weil sie den Markt völlig aus den Augen verlieren. Diese Beobachtung ist nicht neu. Auch andere haben das gesehen und machen damit nun viel Geld: „Lean StartUp“ lautet das dazugehörige Buzzword. Man solle immer ein Ohr beim Kunden haben und sein Produkt nötigenfalls ein bisschen anpassen. Angebot und Nachfrage eben. Klingt auch gar nicht mal so neu? Vielleicht liegt das ja daran, dass die Michels dieser Welt manchmal gar nicht so arg anders sind, wie sie glauben….
AB
