Betabreakfast: Schaltzeit bei der Synergie-Kommune 2.0
Morgens halb zehn in Deutschland: ein noch unverbrauchter Praktikant der Schaltzeit hebt ab zum Jungfernflug in den ihm fremden Berliner StartUp-Himmel.
Hierzu führte ihn der Weg heute Morgen ins Betahaus: eine innovative Bürogemeinschaft, die Gründern und Selbständigen eine bezahlbare Arbeitsstätte bietet. Ausdrücklich setzt die Kreuzberger Institution hierbei auf Synergieeffekte, die durch gegenseitige Befruchtung kreativer Köpfe aus allen Bereichen der Internetbranche entstehen sollen.
Jeden Donnerstag findet im Eingangsbereich des Betahauses (Prinzessinnenstraße 19-20) das „Betabreakfast“ statt, das einigen ausgewählten StartUps eine Plattform zur Vorstellung ihres Unternehmens und dessen Idee bietet. Das Publikum bilden hierbei vor allem Interessierte aus dem Betahaus selbst, die Veranstaltung steht jedoch auch externen Teilnehmern offen.
Heute stellten sich den kritischen Fragen drei StartUps:
- 1. präsentierten Simon Höher und Emanuel Schwarz Knowable. Vom Betahaus aus gegründet und gestern gelauncht, ist Knowable ein soziales Netzwerk für low-tech Erfinder, die sich gegenseitig ihre Ideen vorstellen und deren Umsetzung erklären. Knowable sieht sich selbst als sozialen Dienstleister, der vor allem darauf aus ist, praktische Erfindungen in den ärmeren Regionen der Welt bekannt und anwendbar zu machen.
- 2. erläuterte Andreas Dahrendorf die Idee hinter Cloud: die Schaffung einer Austauschplattform zur Implementierung kreativer Projekte aus der Wissenschaft von der Uni in die freie Wirtschaft. Die vor vier Monaten in Düsseldorf gegründete Werbefilmproduktion und Technologieberatung hat zum 01. Juni eine Zweigstelle in Berlin eröffnet.
- 3. schließlich stellten Chiara Pagano und Alessandro Maggioni ihr Kinderbuch „Gideon’s Tale“ vor. Nach eigener Aussage ein echtes Betahaus-Produkt vereint dieses Projekt als Mischung aus erzählendem Buch und Steckpuzzle verschiedene in der Bürogemeinschaft vertretene Medienkompetenzen. Eine weitere Idee der beiden ist der „Magic Carpet“, ein Teppich, der als Projektionsfläche eines virtuellen Spielzimmers dient, in dem Kinder digitale Medien und Computern spielerisch entdecken können. Auszuprobieren ist beides noch bis Sonntag im Betahaus.
Gestärkt durch diese inspirierenden Ideen wurden die knapp 40 Teilnehmer nach einer guten Stunde in den Arbeitsalltag oder Einzelgespräche entlassen.
Eher in der Beta-Version befindet sich hingegen das angebotene Frühstück: an der langen Tafel herrscht purer Darwinismus und zuverlässiger Kaffeezugang ist nur mit einer ausgefeilten Strategie gewährleistet. Solange es jedoch an geistiger Nahrung nicht mangelt, wirkt dieses „Unfertige“ bei der Durchführung des Betabreakfast jedoch nur authentisch und sympathisch.
AB
