#rp12: Review Tag 2+3
Die re:publica hatte an den beiden letzten Tagen noch einiges zu bieten: Urheberrechtdebatten, Occupy, Politik, eHealth, Open Innovation, Medien und klar, Social Media. Arzt, „Second Life Star” und Schalter Tobias Neisecke organisierte und leitete das re:health Forum auf Stage 7. In Sessions und Panels wurde vorgestellt und diskutiert, was die neuen Medien in Sachen Gesundheitsförderung so zu bieten haben.
Ein völlig neues Konzept stellte dabei Ansgar Jonietz mit seiner Plattform Was hab‘ ich? vor. Hier können Patienten anonym ihre Befunde eingeben, welche dann von angehenden Medizinstudenten und Ärzten in verständliche Form „übersetzt“ werden. Das soll den Patienten gegenüber seinem Arzt mündiger machen.
Im Panel Die totale Selbstkontrolle als Wunsch und nicht Bedrohung wurde speziell auf Quantified Self eingegangen. Man diskutierte den Trend der Selbstvermessung und individuell gesteuerten Optimierung durch den Patienten mit Hilfe von verschiedenen Foren. Tobias Neisecke nahm hier eine eher skeptische Rolle ein. In seiner Rolle als Arzt verwies er auf die Gefahren, welche durch den neuen Wettbewerbsdrang in der Community entstehen können. Beispielsweise kann es zu Überanstrengung oder Stress führen. Wie bereits in der vorherigen Session, spielte auch im Panel das Thema Datenschutz eine große Rolle.
Tobias Neisecke selbst präsentierte in seinem Vortrag Electric Body Music die Ursprünge des Quantified Self, welche schon in den 70er Jahren aufkamen, bis in die heutige Zeit. Wer sich das mal genauer anschauen möchte, findet zum einen seine Präsentation auf Slideshare oder kann ihn nochmal in action auf unserem Vimeo Channel sehen:
“Electric Body Music – Wen die Blutdruckmanchette zur Popkultur wird” re:publica12 re:health #rp12 Tobias Neisecke from Schaltzeit on Vimeo.
Zusammenfassend für das Forum re:health kann gesagt werden, dass im Zeitalter des wachsenden Gesundheitsbewusstseins, auch die Nachfrage nach Anwendungen für mobile Endgeräte (vor allem Smartphones) zunimmt. Aber wie genau können neue Portale und Apps helfen, unsere Gesundheit zu fördern? Die Lösungen reichen von der Arztsuche und ausführlicher Bewertung von Leistungen bis hin zu Trainingsprogrammen für Sportler (Meine Tracks) oder auch den Otto-Normal-Verbraucher (Fitbit). Bereits im Februar haben wir von einem Projekt des UK-Gesundheitsministerium berichtet, welches Apps identifiziert hat die die Gesundheit fördern und zukünftig vom Arzt verschrieben werden könnten. Neue Entwicklungen bringen jedoch auch neue Probleme mit sich. So wurde intensiv über dass sich verändernde Arzt – Patienten Verhältnis und die Speicherung von Patientendaten diskutiert. Eien zusammenfassende Dokumentation der re:health gibt es hier.
Große Aufmerksamkeit wurde dieses Jahr den Medien geschenkt. Im Forum re:port wurde die Zukunft des Journalismus, Fernsehens und Film heiß diskutiert. Sowohl die ARD (Kooperationspartner der re:publica) als auch das ZDF hatten jeweils eine eigene Session. Wobei das ZDF mit Freibiergutscheinen punkten konnte. Auch der SWR beteiligte sich und stellte 15 Minuten des übernächsten TATORT´s Der Wald steht schwarz und schweigt vor. Der Clou dieses sogenannten TATORT+ ist, dass die Zuschauer nach der Ausstrahlung via Facebook und Twitter weiter ermitteln können und somit selbst zum Kommissar werden. Weniger spannend als diese Idee war dann der Vortrag selbst. Die Session war schlecht vorbereitet und vor allem lieblos. Bin nach 15 Minuten gegangen. Mal sehen, wie das Experiment dann am 13. funktioniert. Und für die Session leider die Urheberrechtsdiskussion um den Tatort verpasst. Mist.
Ein Fazit dieses Forums: Alle sind sich einig, Storytelling ist die neue Form des Erzählens. Mein Fazit: Is klar, aber noch keiner weiß wie man es richtig macht.
Allgemein fanden wir diese re:publica gelungen, nicht zuletzt wegen der Freiheit, locker von Session zu Session steuern zu können, ohne Warteschlangen. Tja, und ob die Next Berlin, welche direkt im Anschluss in der STATION stattfand, als „leading European conference for the digital industry“ nun wirklich mehr zu bieten hatte? Den Hauptschalter hat es zumindest nicht ganz überzeugt.
