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Der Schlafschalter

14. März 2007 Allgemein, Gesetzliche Vorschriften, Mitarbeiter, Optimierung, Ratgeber

Schlaf tut gutDer Artikel “Müde Manager handeln wie Betrunkene” (erschienen im Harvard Business Manager 12/2006) hat mich zum Nachdenken veranlasst.

Ich selbst bin immer wieder stolz auf meine eigenen Fähigkeiten, lange ohne Schlaf auszukommen, lerne hier aber erneut, was der Bauch schon längst weiß: Erholungsphasen sind unverzichtbar.

Die Leistung zu steigern, heißt also auch für den Firmenlenker, sein Zeitfenster sinnvoll zu beschränken und darauf zu achten, dass alle im Team rechtzeitig zu Hause sind.

Für mich als Geschäftsführer eine schwere Entscheidung. Zu gerne wünsche ich mir diese ausdauernden Duracell-Hasen als Mitarbeiter. Dass dieses Denken jedoch längst antiquiert ist, will ich nur ungern wahrhaben.

“24 Stunden ohne Schlaf oder eine Woche mit nur vier bis fünf Stunden Schlaf mindern die Leistung genauso stark wie ein Blutalkoholspiegel von einem Promille” (HBr 12/2006)

Zum Glück hat Charles A. Czeisler, Professor für Schlafforschung an der Harvard Medical School, auch einen guten Tipp parat:

“Wenn Sie Leistung steigern wollen – sowohl ihre eigene als auch die ihrer Firma-, müssen Sie grundlegende biologische Zusammenhänge beachten.”

Das heißt also ein Gesetz muss her, um mich und alle Schalter vor dem Verlust der Leistungsfähigkeit zu bewahren. Damit das Ganze auch feierlich wird, hier die ersten Paragrafen:

§ 1. Du sollst nicht vor 8:00 Uhr anfangen zu arbeiten

§ 2. Schlaf ist Macht. Respektiere diese Kraft. Bei Bedarf lege Dich in der Schaltzeit auf die Couch.

§ 3. Versuche nie mehr als 12h am Stück zu arbeiten. Nur in absoluten Ausnahmen werden auch mal 16h erlaubt.

§ 4. Jeder der nach 22:00 Uhr noch im Büro arbeitet, kann auch gleich dort schlafen.

§ 5. Bei zu langem Arbeiten darf am nächsten Tag eine Verspätung eingelegt werden.

§ 6. Arbeite nie mehr als 60h in der Woche (80 sind das absolute Maximum).

§ 7. Versuche immer nur an 4-5 Tagen zu arbeiten. Erholung wirkt am besten, wenn Du 1-2 Tage am Stück nimmst.

§ 8. Baue keine Schlafdefizite auf.

§ 9. Vermeide lange Nachtreisen.

§ 10. Bei Müdigkeit ist es absolut verboten sich ans Steuer zu setzen. Im Notfall zahlt Schaltzeit die Kosten für ein Taxi nach Hause.

§ 11. Schlafzimmer sind dunkel, ruhig und frei von elektronischem Gerät zu halten. (Keine Sorge: Kontrolle seitens der Firma derzeit nicht angedacht ;-) )

§ 12. Meldungen über Schlafgefährdete sind ab sofort an schlafmangel@schaltzeit.de zu melden.

§ 13. Trinke nie zuviel Kaffee auf der Arbeit.

…..wird fortgesetzt…..

Good Bye Duracell Hase!

Duracell Hase

Fotos: by Osman Arslan, David Simmonds, Luiz Roberto Farias Filho, Offizielle Duracell Hasen Homepage

Mehr Infos:

  • “Schlafmangel macht krank”
  • “Schlafmangel beeinflusst moralische Entscheidungen.”
  • “Schlafmangel: Gefährdet Beziehung und Job!”

(AWi)

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Comments

  1. Alexander, 15. März 2007
    @ $13: Ab wann hat man denn zuviel Kaffee getrunken? Ich meine, wann weiß ich das, bevor ich zuviel habe? Antworten
  2. thoben, 15. März 2007
    Hey, so ein Gesetz würde ich gerne öfter sehen. Es gibt zu viele Leute, bei denen der Schlaf zu kurz kommt. Es erinnert mit daran, dass ich morgen um 5:30 Uhr raus muss -> CEBIT. Was man nicht alles für die Arbeit auf sich nimmt. Wir sehen uns am Montag in Hannover! Antworten
  3. Alexander, 16. März 2007
    Hangover in Hannover. Bis Montag, Thoben! Antworten
  4. Sa*biene*, 21. März 2007
    André, sind in die 60 Stunden Arbeitszeit Haushalt und Kinder der immergesunden, dauermotivierten emanzipierten Männer schon mit eingerechnet oder sind sie der erwähnte mögliche Notfall, der höchstens mit 20 Zusatzstunden zu Buche schlagen sollte? Antworten
  5. Andi Leser, 22. März 2007
    Erwiesenermaßen sterben mehr Männer an stressbedingtem Herzinfarkt als Frauen... Antworten